Geschichtspolitik

„Neohistoriker versuchen künstlich die Opferzahlen hochzurechnen“

Besuch auf Hamakari am 28.9.2010.

Am Waterberg, dem Ausgangspunkt des Genozids an den Herero, ist die Vergangenheit in eigentümlicher Weise präsent und abwesend zugleich. In der alten Polizeistation befindet sich heute ein Restaurant mit Swimming Pool. Der deutsche Soldatenfriedhof ist nicht weit und wird von der Kriegsgräberfürsorge Windhoek gepflegt. Ab und an stehen ein paar zerstörte Lehmhäuser neben den Wanderwegen.
Etwa eine halbe Autostunde vom Waterberg entfernt, in der Nähe der Ortschaft Okakarara befindet sich Hamakari, eine Farm, die heute weißen deutschen Farmern gehört. Auf ihr befindet sich die Wasserstelle, an der die Herero vor der Flucht vor den deutschen Truppen lagerten. Auf einem kleinen Soldatenfriedhof liegen bei den Rückzugsgefechten gefallenen Soldaten einer deutschen Abteilung.
Uns interessiert wie weiße Deutsch-Namibier, die heute an diesem Ort leben, mit der Erinnerung an den Genozid umgehen.

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Herero perspective on land questions

Some passages of a conversation we were having with Mr Engelbert Matuzee, the pastor of Okandjatu, a town in the middel of Herero Country:

In the evening, Engelbert comes over to the fire in front of the house of Josh, a brazilian anthropologist we visit. When he wants to know what our group is doing in Namibia, this is the opening question to a discussion about the land question.

Mr Engelbert critizises strongly the governmental resettlement policy to buy up farms and then resettle people there that are not from the area. He points out that for example his people, who are confined to this Herero area east of Waterberg, could need an extension of their space to graze their cattle. They know how to use the land in this area. Additionally they feel strong links to their place, where they have their “holy fires” in front of their houses every night, as they are living there since they were brought there by the South African Administration in the Fourties (which he considers a long time). But one farm bordering to their area was given to Ovamo people from the north, although more than 1000 persons from the area applied for it. On the other hand a farm in Karas (more than 1000 km south) was given to Herero people who made an application to be resettled.

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Treffen mit Martha Akawa und Jeremy Sylvester

Nach dem Besuch des National Archive of Namibia haben wir am Abend in einer mehr informellen Runde im Franco-Namibian Cultural Institute in der Robert Mugabe Street die Historiker/innen Martha Akawa und Jeremy Sylvester und eine Freundin der beiden auf ein Getränk getroffen.
Martha Akawa lehrt Namibische Geschichte für Bachelor-Student/innen an der University of Namibia (UNAM). Jeremy Sylvester kommt aus der Anti-Apartheidarbeit in England und lebt seit vielen Jahren in Namibia. Er arbeitet ebenfalls als Historiker an der University of Namibia und ist seit 2005 Projektleiter der Museums Association of Namibia in Windhoek. Beide arbeiten zudem in einem Projekt über die zivilen Opfer während des SWAPO-Befreiungskampfes und haben 2006 ein Ausstellungsprojekt zur afrikanischen visuellen Geschichte und der Visualitität der Schweizer Solidaritätsbewegung wissenschaftlich begleitet.

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