„Die Firmen schlagen Gewinn aus der Unwissenheit der Arbeiter_innen“ – Urantagebau in Namibia

Interview mit Hilma Shindondola, der Leiterin von Labour Resource and Research Institute (LaRRI) in Windhoek, über die Gefahren des Urantagebaus in Namibia.
In Namibia wird seit über 30 Jahren Uran abgebaut. Höchst problematisch ist die Unwissenheit der Arbeiter_innen und der Bevölkerung über die Auswirkungen der radioaktiven Strahlung und der chemischen Wasserverschmutzung durch den Urantagebau. Die multinationalen Konzerne, die in Namibia agieren, leugnen die Gefahren und die Arbeiter_innen haben Probleme zu beweisen, dass ihre Erkrankungen nach jahrelanger Arbeit in den Minen mit der dortigen radioaktiven Strahlenbelastung zusammenhängen.
LaRRI gab 2008 die Studie „Uranium Mining in Namibia – The mystery behind ‘low level radiation’“ heraus. Für die Studie wurden viele betroffene Arbeiter_innen interviewt, um diese Zusammenhänge zu belegen. Einige von den Interviewpartner_innen sind inzwischen an Krebs gestorben.
Für LaRRI und die African Uranium Alliance gibt es nur eine Lösung: „Leave the uranium in the ground.“

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“You Have Come As Tourist!“

An Evening with the Herero Chief Vipura Kapuuo of Ovitoto

In the last half of our journey, with the help of Alfred Angula (Farm Workers Union, NAFWU), we were able to establish contact with the Herero Chief Vipura Kapuuo. Vipura Kapuuo is a Chief of the Ovitoto region in the Northeast of Namibia, a traditional Herero settlement. One of the relatives of Chief Kapuuo, his uncle Clemens Kapuuo, a representative of the Herero people in the 1960ies, was one of the first to confront the German war veteran associations for their backward and nostalgic annual commemoration services at the foot of the Waterberg, where the genocide on the Herero started.

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„Neohistoriker versuchen künstlich die Opferzahlen hochzurechnen“

Besuch auf Hamakari am 28.9.2010.

Am Waterberg, dem Ausgangspunkt des Genozids an den Herero, ist die Vergangenheit in eigentümlicher Weise präsent und abwesend zugleich. In der alten Polizeistation befindet sich heute ein Restaurant mit Swimming Pool. Der deutsche Soldatenfriedhof ist nicht weit und wird von der Kriegsgräberfürsorge Windhoek gepflegt. Ab und an stehen ein paar zerstörte Lehmhäuser neben den Wanderwegen.
Etwa eine halbe Autostunde vom Waterberg entfernt, in der Nähe der Ortschaft Okakarara befindet sich Hamakari, eine Farm, die heute weißen deutschen Farmern gehört. Auf ihr befindet sich die Wasserstelle, an der die Herero vor der Flucht vor den deutschen Truppen lagerten. Auf einem kleinen Soldatenfriedhof liegen bei den Rückzugsgefechten gefallenen Soldaten einer deutschen Abteilung.
Uns interessiert wie weiße Deutsch-Namibier, die heute an diesem Ort leben, mit der Erinnerung an den Genozid umgehen.

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Herero perspective on land questions

Some passages of a conversation we were having with Mr Engelbert Matuzee, the pastor of Okandjatu, a town in the middel of Herero Country:

In the evening, Engelbert comes over to the fire in front of the house of Josh, a brazilian anthropologist we visit. When he wants to know what our group is doing in Namibia, this is the opening question to a discussion about the land question.

Mr Engelbert critizises strongly the governmental resettlement policy to buy up farms and then resettle people there that are not from the area. He points out that for example his people, who are confined to this Herero area east of Waterberg, could need an extension of their space to graze their cattle. They know how to use the land in this area. Additionally they feel strong links to their place, where they have their “holy fires” in front of their houses every night, as they are living there since they were brought there by the South African Administration in the Fourties (which he considers a long time). But one farm bordering to their area was given to Ovamo people from the north, although more than 1000 persons from the area applied for it. On the other hand a farm in Karas (more than 1000 km south) was given to Herero people who made an application to be resettled.

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Landless people take to the stage

18.09.2010

The farm-workers´ cemetery of Ongombo Ost No.140 Farm is a small, barren patch of land about an hours drive north-east from Windhoek. Sululu Isaacs, a landless Damara lady living in Windhoek is standing in front of the grave of her mother and tells us how she wanted to bury her mother there last year. It was her mother’s wish, since she was born and grew up on this farm, and all her ancestors have their graves there, too. The Italian owner of the Farm sent her away with harsh words. This led to an insurrection which many landless joined, calling for the expropriation of this land-owner by the government. The government turned this demand down and arrested about twenty activists in the course, but this was also the beginning of an independent and autonomous social movement of landless people in Namibia. Sululu Isaacks and other people founded an organization they called //Noason /Aes (our ancestors fires). Already by now poor and landless communities all over Namibia joined this movement.

sululu

Sululu’s (as she told us to call her) story gives an insight to several of the many problems that circle around the question of land in Namibia.
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“The idea is to empower the poor”

Interview with Hilma Shindondola, Director of the Labour Resource and Research Institute in Windhoek, about the Basic Income Grant (BIG) and the attempts to introduce a BIG in Namibia.

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Veranstaltung im NUNW-Komplex

Gestern, am 30. September haben wir im Komplex des Gewerkschaftsdachverbands NAFWU, der am ehesten vielleicht mit dem DGB in vergleichbar ist, eine kleine Veranstaltung zu Gewerkschaften in Deutschland und zu sozialen Sicherungssystemen in Deutschland gemacht. Die Idee war, nachdem wir ca. 3 Wochen den Leuten von LaRRi und den verschiedenen Gewerkschaften große Löcher in die Bäuche gefragt haben, nun einmal den Spieß umzudrehen.

Nach einem halbstündigen Inputreferat zu Korporatismus, betrieblicher Mitbestimmung, einem Parforceritt durch die Arbeitsmarktreformen der Jahre 2003-2005 und einem kurzen Exkurs zum Einzelhandelsstreik 2007/2008 sowie der Vorstellung der Emmely-Kampagne, gab es eine recht angeregte Diskussion mit den Anwesenden.

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Treffen mit Martha Akawa und Jeremy Sylvester

Nach dem Besuch des National Archive of Namibia haben wir am Abend in einer mehr informellen Runde im Franco-Namibian Cultural Institute in der Robert Mugabe Street die Historiker/innen Martha Akawa und Jeremy Sylvester und eine Freundin der beiden auf ein Getränk getroffen.
Martha Akawa lehrt Namibische Geschichte für Bachelor-Student/innen an der University of Namibia (UNAM). Jeremy Sylvester kommt aus der Anti-Apartheidarbeit in England und lebt seit vielen Jahren in Namibia. Er arbeitet ebenfalls als Historiker an der University of Namibia und ist seit 2005 Projektleiter der Museums Association of Namibia in Windhoek. Beide arbeiten zudem in einem Projekt über die zivilen Opfer während des SWAPO-Befreiungskampfes und haben 2006 ein Ausstellungsprojekt zur afrikanischen visuellen Geschichte und der Visualitität der Schweizer Solidaritätsbewegung wissenschaftlich begleitet.

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Besuch in den National Archives of Namibia

Am Freitag, dem 17. September waren wir in den National Archives of Namibia und haben uns mit dem Leiter, Werner Hillebrecht, getroffen. Die National Archives sind aus einem Archiv, das 1939 von deutschen Siedlern gegründet wurde, hervorgegangen. Später kamen Akten der südafrikanischen Kolonialverwaltung sowie Dokumente der Befreiungsbewegung hinzu.

Werner Hillebrecht führte uns durch die verschiedenen Räume des Archivs und kommentierte die verschiedenen Bestände. Passend zum inhaltlichen Schwerpunkt der Reise, der Landreform nach der Unabhängigkeit, zeigte uns Hillebrecht im Kartenarchiv verschiedene Landkarten, in denen die Besitzverhältnisse vor und nach den Enteignungen, die den Aufständen zwischen 1904 und 1908 folgten, verzeichnet waren. Hillbrecht erwähnte beiläufig, dass moralisch gesehen es eigentlich ja die deutsche Regierung sei, die einen Fond einrichten müsste um das Land von den weißen Farmern zurückzukaufen.

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LaRRI Buchvorstellung: Strikes in Namibia – A long history of struggle

Gestern präsentierte LaRRI ihre neue Publikation zur Geschichte der Streiks in Namibia.

Mitschnitt LaRRI Buchvorstellung

Zu der Präsentation waren die Vertreter_innen verschiedener Gewerkschaften anwesend, einige Journalist_innen und wir: insgesamt wohl fünfzig Menschen.
Nach der Begrüßung durch Hilma Mote von LaRRI, sprach Mandimba Hermann Toivo ya Toivo, ein bekannter SWAPO-Kämpfer, einführende Worte zur Geschichte der Arbeiter_innen während der südafrikanischen Apartheid und nach der Unabhängigkeit.
Mandimba betonte, dass es vor 1971/72 keine Möglichkeit der Streiks gab. Die Arbeitskräfteverwaltung während der süddafrikanischen Kolonisierung führte das von den deutschen eingeführte System der Arbeitskarten weiter. Arbeiter_innen, die Lohnerhöhungen forderten, wurde umgehend gekündigt. Zuzätzlich erhielten sie einen Eintrag auf ihren Arbeitskarten, der sie als „agitors“ kennzeichnete.
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